Werder überlebt im Hexenkessel
Mit dem 1:1 in Valencia haben wir uns eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel nächste Woche im Weserstadion geschaffen. Leistungsmäßig sollte es dann auch durchaus noch Platz nach oben geben, um die Spanier zu schlagen.
Insgesamt war das Unentschieden wohl etwas glücklich aus Werders Sicht. Denn auch beim dritten Mal hinsehen konnte ich kein Elfmeter würdiges Foul erkennen, als der insgesamt schwache Schiedsrichter in der 24. Minute auf Strafstoß entschied. Dieser Strafstoß brachte dann zwar die Führung durch Frings, schien jedoch auch die Spanier anzustacheln. Die spielten sich im Anschluss einige dicke Chancen heraus, jagten diese jedoch entweder übers Tor, oder scheiterten am starken Wiese. In dieser Phase schien es nur eine Frage der Zeit, wann Valencia den Ausgleich erzielt. Auf der Gegenseite parierte Valencias Torwart Sanchez zweimal stark gegen Marin, als Werder zu Konterchancen kam.
Ähnlich ging es dann auch in der zweiten Hälfte weiter, Valencia drückte auf den Ausgleich, und Werder konterte. Dabei parierte Sanchez erneut bärenstark gegen Pizarro. in der 55. Minute kam es dann zur zweiten sehr überraschenden Entscheidung des Schiedsrichters, als dieser den bis dahin guten Ever Banega mit glatt Rot vom Platz stellte. Überraschend insofern, als dass Banegas Tätlichkeit gegen Marin von keiner Kamera eingefangen wurde. Von daher muss man sich bei dieser Entscheidung wohl einfach auf den Schiedsrichter verlassen.
Leider trat dann mal wieder ein, was im Fußball ja schon ein altbekanntes Phänomen ist. So wurde Valencia durch den Platzverweis eher noch stärker, und erzielte auch direkt im Anschluss an den Platzverweis den Ausgleich. Werder spielte nun alles andere als clever, verlor seine Linie, und schaffte es nicht Ruhe ins Spiel zu bringen. Valencia machte richtig Druck, und konnte sich einige weitere Großchancen herausspielen. Trotz Überzahl drohte Werder das Spiel noch zu verlieren.
Die Partie wurde ausserdem zunehmend giftiger, wozu auch der inkonsequente Schiedsrichter seinen Teil beitrug. Dabei wurde es aber nie so extrem wie 2004 in der Champions League, als bei Valencias Mannschaft alle Sicherungen durchbrannten. Trotz aller Nickeligkeiten wurde weiter guter Fußball gespielt, und es ergaben sich noch einige gute Möglichkeiten auf beiden Seiten, die jedoch von den starken Torhütern entschärft wurden.
Insgesamt hat man gestern mal wieder gesehen, warum mir im Europapokal die schweren Gegner grundsätzlich lieber sind als die so genannten leichten Gegner. Das war gestern richtig spannend über 90 Minuten, es gab jede Menge Torchancen, eine hitzige Atmosphäre und Valencia war ein echter Prüfstein für unsere Mannschaft. Das sind die Zutaten die den Europapokal ausmachen.
Wenn unsere Elf alles abruft, dann können wir uns gegen jeden Gegner in der Europa League durchsetzen. Und wenn es dann trotzdem mal nicht reicht, dann fliege ich lieber gegen einen starken Gegner raus, als durch den altbekannten Schlendrian gegen irgendeine mittelmäßige Truppe aus Griechenland.
Neben Wiese ist mir gestern noch ein Werder Spieler positiv aufgefallen, mit dem ich gar nicht in der Startelf gerechnet hatte. Tim Borowski hat gestern das vielleicht beste Spiel seit seiner Rückkehr gemacht, und endlich wieder an den Borowski von früher erinnert. Hoffentlich geht es bei ihm jetzt so weiter, dann kann er uns sicher noch weiterhelfen.
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